In den letzten acht Jahren, die Rainer obdachlos war, gab es schon viele kalte Winter und ungemütliche Momente. Was jetzt gerade im Zuge der Pandemie passiert, bringt aber selbst ihn in eine nie dagewesene Notlage. Die Situation spitzt sich für ihn aus vielerlei Hinsicht momentan mehr und mehr zu.

Seit einer Woche gibt es deutschlandweit Ausgangsbeschränkungen. Die Bürgerinnen und Bürger werden dazu angehalten zuhause zu bleiben – ihrer Gesundheit und der ihrer Mitmenschen zuliebe. Während #stayhome für viele zur großen Sinnkrise zu führen scheint, bleibt Rainer keine Schutzzone, in die er sich zurückziehen kann. Im Gegenteil: Aufgrund der verschärften Bedingungen werden Obdachlose wie Rainer mancherorts nicht mehr im Bahnhof oder in Vorräumen von Banken geduldet – trotz Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt.

Ein weiteres Problem ist das Fehlen von sanitären Anlagen, die ihm eine hygienische Grundversorgung ermöglichen würden. Ebenso fehlt ihm die Grundversorgung an Essen. Denn während der Großteil der Bevölkerung die Tage derzeit zu Hause verbringt, sind die Straßen wie leer gefegt. Die paar Euro, die Rainer sonst durch betteln sammeln und sich davon Essen kaufen konnte, fallen nun auch noch weg.

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